FREITAG
In den USA sind Silversun Pickups längst mehr als ein Geheimtipp. Ihr erstes Full-Length-Album “Carnavas” gilt in den Staaten als eines der meistverkauften Indie-Alben aller Zeiten. Und der Song “Lazy Eye” erreichte auch hierzulande Indie-Hitstatus.
Sunny Side Up heißt das aktuelle Album von Paolo Nutini mit dem er in der erste Woche nach der Veröffentlichung auf Platz 1 der brit. Charts stand. Ein kühles Getränk, gute Freunde, Sonne und der lässige Sound von Paolo Nutini- mehr kann man zum Start eines Festivalwochenendes echt nicht wollen!
Königin von MySpace. Das alles und noch viel mehr wurde Lily Allen schon genannt – manchmal mit Grund, sehr oft ohne. Das aktuelle Album „It’s Not Me, It’s You“ ist voller fröhlicher Popsongs mit bissigen sozialen Kommentaren und knüpft somit ohne Probleme an das Debut mit den Singles “Alfie” und “Smile” an. Diese wunderbare Kombination schafft kaum jemand so schön wie Lily Allen.
In Großbritannien weiß es schon jeder: Florence And The Machine sind die schönste, kleine Musiksensation dieses Jahres. Und auch hierzulande ahnt man bereits, dass auf Songs wie „Kiss With A Fist“ oder ihre aktuelle Single „Dog Days Are Over“ noch einige musikalische Wundertüten folgen werden.
Großbritannien war schon immer Tonangeber, wenn es um neue musikalische Trends geht. Das sind zurzeit vor allem New Rave und Electro. The Whip aus Manchester bewegt sich irgendwo dazwischen – gerade das macht sie aber so interessant. In Großbritannien gilt der Act aus Manchester schon lange als heißer Tipp in Sachen Indie-Elektro-Pop.
Wer auf Bands wie Late of the Pier oder die Klaxons steht, der sollte Friendly Fires keinesfalls verpassen! Ihre extrem tanzbare Musik ist eine Mischung aus 80er Rock, Disco-Pop und Elektro-Punk.
Freuen darf man sich zum Abschluss des 1 Tages auf einen Altstar der “alternativen Szene”, Nick Cave & the Bad Seeds
SAMSTAG
Mit ihrer Melodic-Indie-Rock-mit-Blues-Mixtur und ihrem kompakten Gitarrensound erinnern die beiden Schweden von Johnossi gerne etwas an die White Stripes, allerdings klingen sie wie eine entspanntere Version des anderen Duos.
The Gaslight Anthem aus New Jersey sind mehr als nur eine gewöhnliche Punkband – schließlich kombinieren sie Einflüsse von ihren erklärten Helden Bruce Springsteen, Tom Waits und Joe Strummer mit denen der heimatlichen Hardcoreszene von New Brunswick, was ihre Musik zu einer einzigartigen Mischung aus Soul, Punk und sogar Blues werden lässt. Wie lange die noch klein bleiben, kann man an zwei Fingern abzählen.
Datarock definieren sich eindeutig nicht nur über ihre Musik. Auch schneidige Outfitszählen zu den Markenzeichen der Norweger, deren Sound ebenfalls in der Dance-Punk-/Electro-Rock Ecke anzusiedeln ist.
Referenzen und Vergleiche dominieren so ziemlich jeden Artikel über die Editors. Zu offensichtlich bezieht sich das Quartett aus Birmingham auf große alte Wave-Recken: Joy Division oder Echo & The Bunnymen. Und erinnert dabei auch an Zeitgenossen wie vor allem: Interpol. Der Vorwurf des Kopistentums ist da leicht bei der Hand, doch wer die Band einmal bei einem ihrer mitreissenden Auftritte wie vor 2 Jahren auf dem Southside erleben konnte, wird diesen Verdacht beherzt beiseite wischen.
Schon nach zwei Singleauskopplungen im Frühjahr 2004 ist der Hype um die eher brav wirkenden Jungs von Franz Ferdinand so enorm, dass sie auf den Titelseiten diverser Musikmagazine erscheinen und schon vor Release ihres Debüts als die beste Newcomerband Englands bezeichnet werden. Nach einer europaweiten Tour im Sommer 2004, auf der die Schotten beweisen, dass sie es ernst meinen mit dem Spaß, geht die Erfolgsgeschichte weiter. Ihr mittlerweile drittes Album “Tonight: Franz Ferdinand” hat wieder unzählige Melodien die direkt zum mitsingen und tanzen animieren, so dass man sich auch ungefähr ein Bild eines der schweisstreibenden Konzerte der Band machen kann. Ihre unterhaltsamen Live Qualitäten tun ihr übriges dazu.
Die wunderbaren Kings Of Leon sind Headliner am Samstag. Als die Kings Of Leon im letzten Herbst ihr viertes Album “Only By The Night” veröffentlicht hatten, ließ sich das US-Magazin Entertainment Weekly nicht lumpen und adelte das Werk vorbehaltlos mit dem Prädikat „Glanzleistung”, der (US-)Rolling Stone fragte sich gar: „Wie gut können die Kings Of Leon eigentlich noch werden? Sie haben bereits jetzt alle Erwartungen übertroffen.” Dem haben wir nichts hinzuzufügen und freuen uns auf eines der Highlights beim diesjährigen Southside.
Für Trubel sorgt Trenz Reznor gerne wenn er beispielsweise per Twitter über Kollegen lästert oder das neue Nine Inch Nails Album kostenlos im Internet verteilt. Ohne Frage, Nine Inch Nails sind im Grunde eine einzige Person, bei der alle Fäden zusammenalufen. Seit Anbeginn der NIN-Historie eilt dem Mann der Ruf eines Diktators voraus, was nicht nur zahlreiche Bandumbesetzungen über die Jahre bestätigen. Für Livegigs seines One Man-Projekts braucht er allerdings Musiker, um denfür NIN typischen, symphonischen Industrial Rock zu spielen. Dieser ist häufig mit einer aufwendigen Lichtshow unterlegt, so dass man sich auch optisch und visuell auf den Auftritt in der Nacht von Samstag auf Sonntag freuen darf.
SONNTAG
The Horrors sehen aus wie eine Mischung aus den Ramones und Kiss. Doch The Horrors sind keine Band, bei der es um Show oder Maskerade geht. The Horrors spielen keinen Punkrock, sie spielen keinen 60s Psych, irgendwo dazwischen findet sich ihr Sound. Die Drums treiben voran, die Gitarren wechseln die Akkorde in raschen Schnitten, die Orgel sorgt für jede Menge Leslie-Effekte. „Psychic Sounds for Freaks and Weirdos“ heißt das im Untertitel der Platte. Leider sehr früh und fast noch schlimmer am 3. Festivaltag, doch hier lohnt sich das frühe Aufstehen garantiert.
Bloc Party, Maximo Park oder The Futureheads sind einfach früher am Start und werden bereits heftigst abgefeiert. Dennoch schaffen es The Rakes im Jahre 2005 zur Post-Punk/Art-Rock Hochzeit für Aufmerksamkeit zu sorgen und zwar in Form ihrer Singles “Retreat” und “Work Work Work”. Durch Auftritte im Vorprogramm von Franz Ferdinand haben sie bewiesen, dass sie beileibe keine Eintagsfliege in der aktuellen Indie-Szene darstellen.
Mit ihrem mit punkig-garagigem Sound sollten die Blood Red Shoes (auch ein Duo) für einen stimmungsvollen Auftritt sorgen. Die bisher veröffentlichten Singles hörten sich immer vielversprechend an.
Bereits im letzten Jahr begeisterten The Wombats aus Liverpool das Publikum am Southside und deswegen dürfen sie dieses Jahr gleich nochmal ihren Indie-Hit “Let’s Dance To Joy Division” und weitere Stücke von ihrem Debüt “A Guide To Love Loss And Desperation” zum Besten geben. Mittlerweile sicher kein Geheimtipp mehr.
The Ting Tings profitieren wie viele Bands zu Anfang des 21. Jahrhunderts von Myspace als freie Plattform zur Selbstdarstellung. Feministisch geprägter, aggressiver Brit-Poprock. Ein Mann, eine Frau, eine Stimme, ein Schlagzeug. Man darf aus das Duo gespannt sein.
Nachdem sich die Hardcore-Legenden At The Drive-In im Jahr 2001 mit dem Klassiker “Relationship Of Command” mitten in ihrer laufenden Europatour auflösen, splittet sich die Band in zwei Lager. Die eine Hälfte um Jim Ward, Paul Hinojos und Tony Hajjar widmet sich mit Sparta einer erfolgreichen Emocorisierung des ATDI-Sounds, die Afro-Fraktion um Gitarrist Omar Rodriguez-Lopez und Sänger Cedric Bixler-ZavalaThe Mars Volta ein weiteres Projekt der beiden, das zwischen Hardcore, Psychedelic und zig weiteren Einflüssen irgendwo im Rock-Universum zu verorten ist. Heraus kommt eine experementierfreudige verdichtete Mixtur aus Prog- bis Spacerock, Latinflair und Jazzstrukturen. Sehr spannend!
Die offensichtlichen Hardcore-Einflüsse, mit deren staubigen Überresten Portugal. The Man formidabelst zu jonglieren weiß, spülen sie mit Soul, Progressive-Elementen, Emo- Post- und tanzbarem Elektrorock einige Male gut durch, bis am Ende des Fließbandes etwas unmöglich Klassifizierbares steht.
Soul Pop im Stil der 60er wie von den Ronettes oder an Motown angelehnt war nach Amy Winehouse großem Erfolg sowas wie der neue Trend im letzten Jahr und plötzlich gab es diese Damen in verschiedensten Typen und Haarfarben. Eine davon ist die WaliserinDuffy, die mit ihrem Album “Rockferry” und natürlich der Single “Mercy” durchaus äußerst erfolgreich war. Sehr retro, sehr soulig, sehr normal.
Anfang 2008 erschien das Debut “Youth Novels” der Schwedin Lykke Li. Ihr Sound ist als eine Mischung aus Indiepop mit Elektro-Einflüssen zu charakterisieren.
Waren Kraftwerk bis Anfang der 70er eine, wenn auch schon stark von elektronischer Klangerzeugung geprägt, Krautrockband, änderte sich das Image mit der Veröffentlichung von Autobahn 1973 grundlegend. Von nun an verzichtete Kraftwerk auf akustische Instrumente und wurden so zu Pioniere der Elektronischen Musik in all ihren Spielarten. Mit dem Album Computerwelt das 1981 ebnete Kraftwerk den Weg für viele cluborientierte Spielarten der Elektronischen Musik und es gibt unzählige Veröffentlichungen dieser Generes, die Samples von Computerwelt verwendenIn den neunziger Jahren stellte Kraftwerk ihr Studio auf digitale Technik um und begannen nur noch mit Labtops aufzutreten. Lebende Legende und eine der einflussreichsten Bands überhaupt, auch wenn die Originalformation nur noch Ralf Hütter übrig ist.
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